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Kinderschutz: konsequent kinderrechtsbasiert!

Kinderschutz bedeutet mehr als staatliches Eingreifen bei Misshandlung, Vernachlässigung oder sexualisierter Gewalt: Er muss Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte von Kindern gleichermaßen verwirklichen. Die National Coalition Deutschland warnt davor, Kinderschutz einseitig auf Gefahrenabwehr, Strafe und Risiken in Familien zu verengen. Im neuen Positionspapier wird ein konsequent kinderrechtsbasierter Kinderschutz gefordert.

 

 

Zentrale Forderungen

  • Kinderrechte ganzheitlich umsetzen: Kinderschutz darf nicht auf Intervention bei Misshandlung, Vernachlässigung oder sexualisierter Gewalt beschränkt werden, sondern muss auch Schutz vor Diskriminierung, Gesundheitsgefahren, Verletzungen der Privatsphäre, Krieg und Flucht sowie digitale Risiken einschließen.
  • Kinder als Rechtsträger*innen ernst nehmen: Kinder müssen in allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden – insbesondere gemäß Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention. Kinderschutz darf nicht allein von Erwachsenen über Kinder hinweg geplant werden.
  • Keine Stigmatisierung von Familien: Kinderschutz soll sich nicht vorrangig auf „Risikofamilien“ konzentrieren. Gefordert wird ein Blick, der auch strukturelle Gewalt, soziale Ungleichheit und Diskriminierung als Kindeswohlgefährdungen erkennt.
  • Institutionen zu sicheren Orten machen: Schutzkonzepte und kindgerechte Strukturen dürfen sich nicht auf die Kinder- und Jugendhilfe beschränken, sondern müssen auch in Schulen, medizinischen Einrichtungen, Sport, Kirchen und weiteren Lebenswelten verbindlich umgesetzt werden.
  • Digitale Räume kinderrechtskonform regulieren: Plattformen sollen per Gesetz Kinderschutz von Anfang an einbauen („Safety by Design“) und sichere Einstellungen als Standard vorsehen. Gefordert werden zudem Schutz vor manipulativen Funktionen, zielgerichteter Werbung, Datenmissbrauch und kommerzieller Ausbeutung sowie klare Haftung bei Verstößen.
  • Medienkompetenz statt nur Verbote: Digitale Bildung und Medienkompetenz sollen flächendeckend – insbesondere in der Schule – gestärkt werden. Verbote allein reichen nach Auffassung der National Coalition nicht aus.
  • Gegen instrumentalisierten Kinderschutz positionieren: Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ soll nicht dazu dienen, queerfeindliche Positionen zu verbreiten oder sexuelle Bildung, Vielfalt und gleichgeschlechtliche bzw. gender-diverse Familien zu diskreditieren.
  • Kinderrechte politisch verankern: Die National Coalition fordert, Kinderrechte systematisch in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen; in ihrem weiteren Engagement fordert sie unter anderem deren Verankerung im Grundgesetz.