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Geflüchtete - Demokrat*innen von Anfang an

„Geflüchtete – Demokrat*innen von Anfang an“

Demokratie erfahrbar machen
Seit Juni 2018 koordiniert die AGJF das vom Ministerium für Soziales und Integration geförderte Projekt „Geflüchtete – Demokrat*innen von Anfang an“. Die Idee des Projekts ist es, geflüchteten wie auch nicht geflüchteten Jugendlichen Zugang zu politischer Teilhabe zu ermöglichen. Häufig sind den geflüchteten Jugendlichen die Strukturen und Beteiligungsmöglichkeiten des politischen Systems in Deutschland nicht bekannt. Aber auch nicht geflüchtete Jugendliche sollen von dem Projekt profitieren. Das Projekt läuft noch bis Mitte April 2020.

Projektziele und –gestaltung
Ausgangsüberlegung des Projekts war die Annahme, dass die OKJA aufgrund ihrer Strukturprinzipien Offenheit, Freiwilligkeit, Niedrigschwelligkeit und Partizipation in besonderer Weise dazu geeignet ist, die soziale Integration und Partizipation junger Geflüchteter zu fördern und eine ihrer Stärken darin besteht, gleichberechtigte Begegnungen und soziale Kontakte zwischen Jugendlichen jenseits diskriminierender Unterscheidungen zu ermöglichen. Sie sollten Selbstwirksamkeit erfahren und bestenfalls lernen, ihre Interessen zu vertreten (und natürlich auch erfahren, dass diese Interessen Gehör finden). Das Projekt wird mit demselben Konzept ebenfalls in Sachsen durchgeführt, wo es von der AGJF Sachsen koordiniert wird. Beide Projekte werden wissenschaftlich von der PH Freiburg begleitet.
Das Projekt ist in vielerlei Hinsicht Neuland: junge Geflüchtete wurden bislang meist ausschließlich auf die Integration in schulische oder berufliche Felder reduziert. Dass auch sie Teil unserer Demokratie sind, Beteiligungsmöglichkeiten brauchen und Interessen haben wird bei der aktuell geführten Abwehr- und Abwertungsdebatte ausgeblendet. Wir wollen wissen, wie Demokratieerfahrungen im „Kleinen“, im offenen Betrieb des Jugendhauses, entstehen und was sie bei der Integration bewirken können.

Projektverlauf
Am Projekt beteiligten sich sechs Einrichtungen der OKJA innerhalb eines Zeitraums von sechzehn Monaten mit unterschiedlichen Ideen, wie demokratische Bildung im Jugendhaus gestaltet werden kann und wie besonders geflüchtete Jugendliche darin unterstützt werden können, sich an politischen Prozessen zu beteiligen. Die inhaltliche Gestaltung der Projekte wurde den jeweiligen Einrichtungen überlassen, so dass nun sehr unterschiedliche Ansätze von den beteiligten Projekten realisiert werden.

Im Jugendhaus MaxiMal in Bad Rappenau und im Jugendtreff des SOS Kinderdorf Göppingen e.V.  werden die genaueren Projektschritte erst gemeinsam mit den Jugendlichen festgelegt. Die jugendlichen Besucher*innen aus Bad Rappenau besuchten bereits das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti- und Roma in Heidelberg und beschäftigten sich mit dem Thema Europa (siehe auch Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung "Lust auf Demokratie wecken").

In Herrenberg werden die geflüchteten Jugendlichen über eine Kooperation zwischen dem Jugendhausverein und dem Stadtjugendring Herrenberg e.V. (in Anknüpfung an Projekt "Lampedusa calling" erreicht. Geflüchtete Jugendliche nehmen hier an einer Juleica-Weiterbildung teil und sollen im weiteren Projektverlauf als Multiplikator*innen wirken.

Das zentrale Thema des Projekts im Haus der Jugend in Pforzheim ist Sprache. Im Projekt „More than words“  drehen die Fachkräfte die gewohnten Rollen um und lassen sich von den geflüchteten Jugendlichen deren Sprache vermitteln.

Im Sozial- und Nachbarschaftszentrum Grund (SNZ) der AWO in Böblingen und im Kinder- und Jugendzentrum Weingarten des Diakonieverein Freiburg-Südwest e.V. in Freiburg versuchen die Fachkräfte über besondere zeitlich festgelegte Angebote in kleineren Gruppen, Jugendliche miteinander in Kontakt zu bringen, die sich bislang kaum oder gar nicht miteinander austauschten.
Im SNZ in Böblingen wurde von den Besucher*innen des Jugendhauses ein Jugendhaus-Komitee gewählt, welches eine neue Hausordnung, sowie eine grundlegende Werte-Charta für den Umgang miteinander beschlossen hat. In dieses Komitee wurden auch geflüchtete Jugendliche gewählt.

Ausblick
Die Laufzeit der Projekte in den Einrichtungen ist bereits abgeschlossen.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in Transferworkshops für Fachkräfte der OKJA zugänglich gemacht werden. Die Workshops stehen unter dem Titel „Zugänglichkeit und Barrieren der Offenen Kinder- und Jugendarbeit am Beispiel von Geflüchteten“ und finden am 18.3. in Freiburg, am 24.3. in Heilbronn und am 04.4. in Herrenberg statt (jeweils 3h).

Mehr Informationen zu den Workshops und zur Anmeldung finden Sie hier .

Nora Häuser
Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e.V.
Siemensstr. 11
70469 Stuttgart
Tel: 0711 896915-35
n.haeuser@agjf.de

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