Broschüre: Störgefühl - Indizien für Radikalisierung ernst nehmen, ohne abzustempeln
Manchmal spüren pädagogische Fachkräfte etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt: ein ungutes Bauchgefühl. Veränderungen im Verhalten von Jugendlichen, neue Ausdrucksweisen, Rückzug, Ablehnung oder eine plötzliche Hinwendung zu bestimmten Themen können irritieren. Der Leitfaden unterstützt Fachkräfte dabei, Radikalisierungstendenzen früh wahrzunehmen und verantwortungsvoll zu handeln – aufmerksam, aber ohne abzustempeln. Er bietet „Erste Hilfe“ für Reflexion und Orientierung.
Auch intensivere Diskussionen über Zugehörigkeit, Religion oder Gerechtigkeit können als „radikal“ wahrgenommen werden.
Solche Beobachtungen sind jedoch nicht automatisch Anzeichen einer Radikalisierung. Dennoch verdienen sie Aufmerksamkeit. Sie müssen ernst genommen werden, um problematische Entwicklungen nicht zu verharmlosen – aber ebenso sorgfältig geprüft werden. Denn vorschnelles Handeln kann schwerwiegende Folgen haben.
Leider sind solche vorschnellen „Urteile“ keine Seltenheit. Denn gerade, wenn es um junge muslimische (bzw. muslimisch gelesene) Menschen geht, kann und wird das „Bauchgefühl“ maßgeblich beeinflusst von gesellschaftlichen Zuschreibungen, Vorurteilen und verinnerlichten (antimuslimisch-)rassistischen Vorstellungen.
Der Leitfaden bietet
• Einordnung der Bedeutung einer Anti-Bias-Haltung.
• Praxisnahe Leitfragen sowie Schritte für eine professionelle, gelassene Vorgehensweise.
• Ergänzende Linktipps, Kontakte und Materialien.